Luca Toni klagt gegen 1,7 Mio Kirchensteuer

Luca Toni klagt gegen 1,7 Mio Kirchensteuer

Am gestrigen Tag haben die Passanten und Mitarbeiter des Münchner Oberlandesgerichts nicht schlecht gestaunt: Sie trafen gestern nämlich den FC Bayern Star und Ex-Torjäher Luca Toni (37). Dieser musste nämlich eine wichtige Angelegenheit in dem Gebäude erledigen, was nicht gerade eine Kleinigkeit gewesen ist. Es geht nämlich um 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer!

Der Staat will Geld

© Siebrand / Wikimedia

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Alle müssen ihre Steuern zahlen und genau angeben, welche Abgaben und Einnahmen sie haben. Das ist bei den Fußball-Stars nicht anders. Auch bei Luca Toni nicht. Der frühere Bayern Liebling, der in den Jahren 2007 bis 2010 bei dem Verein gespielt hat, klagt wegen 1,7 Millionen Euro Kirchensteuer. Alles begann im Sommer 2007, als er als Neuzugang mit Uli Hoeneß die Papiere ausfüllte. Die Sekretärin Karin P. fragte ihn zu dieser Zeit : „Luca, wir müssen dich anmelden. Willst du demnächst heiraten?“ Nach seinem NEIN sagte sie : „Dann ist das hier nicht relevant.“ Auf der Lohnsteuerkarte macht sie in dem Feld „Religion“ einen Strich. Somit muss der katholisch getaufte Spieler keine Kirchen-Zugehörigkeit angeben und zahlt keine Kirchensteuer. Der Richter Wolf sagte hierzu: „Das ist überhaupt nicht zu verstehen. Da wird sicher das Finanzamt auf Bayern München zugehen oder hat das bereits getan.“

Das Problem

Das Bruttogehalt sei wegen der fehlenden Kirchensteuer zu niedrig angegeben gewesen. Schließlich hatte Toni mit den Bayern überwiegend Netto-Zahlungen vereinbart gehabt. Laut Aussagen des Richters hatte Toni bei den Bayern monatlich 0,5 Millionen Euro netto verdient. Bis 2010 bekam er 43,4 Millionen brutto und erhielt für den Wechsel nach Florenz 7 Millionen Handgeld. Der Fehler auf der Lohnsteuerkarte fiel im August 2008 auf, als seine Berater auf dem Steuerfragebogen das Kürzel r.-k. für römisch-katholisch eintrugen. Kurz darauf kam eine Forderung von 1,5 Millionen vom Kirchensteueramt, die aktuell samt Zinsen zu 1,7 Millionen herangewachsen sind. Die Berater des Spielers wollten im November noch auf „konfessionslos“ per Telefon korrigieren, was jedoch nicht ging. Der Richter schlug einen Vergleich vor: Steuerberater und FC Bayern tragen je 0,5 Millionen und Toni 0,7 Millionen Euro. Der Anwalt der Bayern lehnte das jedoch ab. Die nächste Verhandlung ist am 15. Juli.

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