Bayern bleiben trotz 1:4 in Wolfsburg ruhig

Bayern bleiben trotz 1:4 in Wolfsburg ruhig

Die Niederlage gegen den VFL Wolfsburg fiel mit 1:4 überraschend deutlich aus. Aus der Ruhe bringen lassen sich die Münchener trotz des verpatzten Rückrundenstarts jedoch nicht. Einige sehen darin sogar einen möglichen Vorteil.

Als klar war, dass der FC Bayern München sein Auftaktspiel in Wolfsburg deutlich verlieren würde gingen einige Schmähgesänge auf den Rekordmeister nieder. Die Wölfe Fans erinnerten die Münchener dabei schmerzlich an die historische Niederlage im April 2009. Damals gingen die Bayern mit 1:5 gegen den späteren Meister unter. In diesem Jahr schmerzten die Gesänge trotz der deutlichen Niederlage weniger. Denn die Chancen stehen nach wie vor gut, dass der Deutsche Meister auch 2015 wieder Bayern München heißt. Der Abstand auf die stark spielenden Wolfsburger beträgt immer noch beruhigende acht Punkte.

Panik kam bei den Münchenern angesichts der ersten Saisonniederlage deshalb nicht auf. Obwohl Nationaltorhüter Manuel Neuer in den 90 Minuten genau so oft hinter sich greifen musste wie in der gesamten Hinrunde.

„Niederlage ist keine Katastrophe“

Manuel Neuer DFB

© Steindy / Wikimedia

Neuer gab sich ebenso wie der an diesem Abend schwache Bastian Schweinsteiger nach dem Spiel gelassen. Der Vorsprung sei groß und man habe die Sache nach wie vor selbst in der Hand. Trainer Pep Guardiola gab nach der Partie zu, „dass die Wolfsburger in den entscheidenden Situationen einfach besser waren“. Bei den Kontern habe seine Mannschaft sehr schlecht ausgesehen. Zu Verzweiflung sah er jedoch keinen Einfluss. Der sonst als Mahner bekannte Matthias Sammer meldete sich nach dem Spiel erst gar nicht zu Wort.

Die Bayern haken die Niederlage vorerst als „Betriebsunfall“ ab. Dieser soll am Dienstag im Heimspiel gegen Schalke 04 direkt wieder ausgebügelt werden. Soll dies gelingen besteht allerdings erheblicher Verbesserungsbedarf. Zwar hatten die Münchener auch in Wolfsburg mehr Ballbesitz (63 Prozent) bekamen jedoch nur selten Zugriff auf die Wolfsburger Spieler. Besonders auffällig waren dabei die zahlreichen Stellungsfehler in der bajuwarischen Hintermannschaft. Vor dem 1:0 durch Dost stand Jérôme Boateng falsch und beim 3:0 durfte Kevin de Bruyne alleine auf Neuer zulaufen. Dazu unterliefen Xabi Alonso im Spielaufbau erstaunlich viele Fehler.

Mit einem Einbruch ist nicht zu rechnen

Es ist durchaus möglich, dass diese deutliche Niederlage die Sinne beim Rekordmeister schärft. Eine Niederlage sei zwar nie positiv, aber immerhin habe man gemerkt, dass die Mannschaft auch in der Bundesliga nichts geschenkt bekomme, urteilte Arjen Robben nach der Partie.

Möglicherweise haben sich die Bayern von der allgemeinen Meinung anstecken lassen, dass die Meisterfrage ohnehin schon geklärt sei. Es ist nun an Trainer Guardiola dafür zu sorgen, dass sich dieses Gedankengut bei den Akteuren nicht verfestigt. Gegen Schalke muss jeder Spieler einen oder zwei Schritte mehr machen, dann kann diese Niederlage tatsächlich ein Warnschuss zur rechten Zeit gewesen sein.

Einen solchen gab es auch in der vergangenen Saison, wenn auch nicht in einem Pflichtspiel. Die Bayern verloren damals im letzten Test vor der Rückrunde mit 0:3 gegen RB Salzburg. Anschließend sei die Mannschaft dann voll da gewesen, wie Vorstandschef Karlheinz Rummenigge vor Kurzem der Zeitschrift Kicker mitteilte. Gut möglich, dass die nächsten Gegner für die Niederlage gegen Wolfsburg büßen müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.